03.02.2015
Fair-a-porter
Product of the Week – The Ballerina Pump
How do you feel about the latest addition to the Céline family, the ballerina pump? I think it´s just as odd as the heeled Dr.Martens that went trending for a moment in the late nineties (I don´t believe I´ve seen it since, have you?). Céline is not alone with the elevated ballerina, though. Miu Miu, Valentino and Lanvin have also featured it in their spring collections. As for me this is an item I´ll skip. I do like the golden glow of the Céline one, though. And speaking of glow, there´s a vegan Silver Sufer on sale at Stella McCartney. It´s still available in lots of sizes and sells for half the original prize. Click Click enjoy!


Stella McCartney silver ballet flats, made from faux leather, lightly padded collapsible heel, almond toe, canvas lining, made in Italy, To buy it click here
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10.10.2014
Fair-a-porter
Interview mit Maxine Bédat von Zady.com
Bis auf ein paar Akzente filigranen Goldschmucks ist sie ganz in schwarz gekleidet, zierlich, ihr Händedruck ist fest, ihre Gesten resolut. Maxine Bédat (im Bild links), gerade dreißig geworden, von Beruf Anwältin und glücklich verheiratet, ist eine von zwei Gründerinnen des amerikanischen Online-Stores Zady.com, der heute vor einem Jahr eröffnete. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Soraya Darabi (im Bild rechts) – die beiden kennen sich noch aus der Schule – hat sie Zady entwickelt, mit dem ambitionierten Ziel eine Alternative zur Fast-Fashion zu bieten und die Konsumgewohnheiten der Amerikaner zu ändern. Auf der licht gestalteten Seite Zady.com findet man Jeans, wie die von Imogene + Willie, die komplett in den USA hergestellt werden, angefangen von der Baumwolle bis hin zur letzten Niete, in Handarbeit. Und Baumwollhemden von Steven Alan, einem in modisch-versierten New Yorker Kreisen angesagten Hemdenschneider, der nicht nur schöne Stoffe und Muster verwendet, sondern auch subtile Details platziert, die ihn vom Rest der Herren- und Damenschneider abheben. Seine saisonal unabhängigen Kollektionen produziert er komplett in New York. Aber können Maxine Bédat, Soraya Darabi und ihre fünf Mitstreiterinnen, die in einem winzigen Büro auf der 126. Straße West in New York sitzen, mit ihrem Angebot sorgsam und lokal produzierter Mode wirklich an den Konsumgewohnheiten der Amerikaner rütteln? Maxine Bédat zumindest ist davon überzeugt.

Maxine Bédat (MB): Nach dem Unglück von Rana Plaza hat sich der Blick, den die Menschen auf die Mode haben geändert. (Dort starben beim Einsturz einer Textilfabrik im April vergangenen Jahres über 1100 Textilarbeiter, Anm.d.Red.)

Fair-a-porter (FAP): Bist Du sicher? Wenn man sich den täglichen Ansturm bei Billigmode-Ketten wie „Primark“ oder „Forever 21“ anschaut, sieht es eher so aus, als wäre die Katastrophe längst wieder vergessen.

MB: Es gibt aktuelle Studien, zum Beispiel von McKinsey, die belegen, dass die Generation der Millenials – die rund um das Jahr 1980 Geborenen – wissen wollen, woher die Mode stammt die sie tragen. Fast-Fashion interessiert sie nicht, sie wollen gar nicht täglich etwas Neues zum Anziehen kaufen, lieber Stücke, die langlebig sind. Genau das bieten wir ihnen mit Zady an.

FAP: Ihr wollt transparent produzierte Mode anbieten. Was bedeutet das?

MB: Eine Produktion, die nachvollziehbar ist, quasi „vom Baumwollfeld bis zur Haustür“. Wir wollen zeigen, woher die Materialien stammen, die in den Produkten verarbeitet sind. Wir predigen nicht, wir erzählen Geschichten.


Im Atelier der Designer Matt und Carie entsteht die Jeansmarke Imogene + Willie, die komplett in den USA produziert wird


FAP: Mir fällt auf, dass ihr bei Eurem kuratierten Angebot selten volle Transparenz bietet. Zwar gibt es eine Reihe von Marken, die komplett in den USA produzieren – was eher kurze Transportwege und vergleichsweise gute ökologische und soziale Standards bedeutet – aber zu den Kriterien, die für Euch maßgeblich sind bei der Auswahl der Marken gehören auch weiche Kriterien wie Langlebigkeit und Materialqualität. Gibt es manchmal Kritik, dass ihr eurem Anspruch nicht gerecht werdet?

MB: Unser Ansatz ist, auf komplette Transparenz hinzuarbeiten. Wir wählen sorgfältig aus, mit wem wir arbeiten. Wir führen mindestens zwei Gespräche in denen wir sehr genau abfragen, wie die Produktion einer Marke organisiert ist, wie die Beziehungen zu beispielsweise den Lieferanten sind. Das Feedback, das wir bekommen ist sehr gut.

FAP: Wer kauft denn auf Zady?

MB: Das ist eine ziemlich große Überraschung für uns gewesen. Wir dachten, es seien hauptsächlich Hipster, die aus den Großstädten oder zumindest dem urbane Raum kommen. Aber so ist es nicht. Zu uns kommen auch Frauen Mitte 50, die im Mittleren Westen leben. Mit ihren Teenie-Töchtern.

FAP: Was unterscheidet Zady von anderen Anbietern von fair gehandelter Mode?

MB: Für uns steht die Ästhetik im Vordergrund. Guter Stil ist für uns unverzichtbar. Die Produkte, die wir anbieten müssen vor allen Dingen schön sein – und aus einer nachhaltigen Produktion stammen.


Diese schönen Stücke gibt es auf Zady.com: Sweatshirt Cynjin, Schmuck Kristen Elspeth, Tasche Clare Vivier, Jeans Imogene + Willie

FAP: Ihr habt viel Energie darauf verwendet, Zady in den sozialen Netzwerken zu bewerb
en.

MB: Ja, unsere Community ist das Herzstück von Zady. Jede in unserem siebenköpfigen Team ist mit dem Internet aufgewachsen – über die sozialen Netzwerke zu kommunizieren ist für uns ganz normal. Mit Zady hatten wir das große Glück ohne Marketing und fast ausschließlich über Mundpropaganda zu wachsen.

FAP: Ihr feiert heute euren ersten Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! Wie geht es denn jetzt weiter mit Zady?

MB: Unser Ziel ist es, das „Wholefoods“ (einer der größten Biosupermarktketten in Amerika, Anm. d.Red.) der Mode zu werden. Wir sind Teil einer Bewegung, die wächst. Es hat zehn Jahre gedauert, bis sich Slow Food – nachhaltige Ernährung mit Lebensmitteln aus biologischem Anbau – in der Gesellschaft etabliert hat. Und das war, bevor es das Internet gab. Wir glauben, dass es in der Mode schneller gehen wird!

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10.07.2013
Achtung
Interview mit Jean Touitou von A.P.C
Jean Touitou macht seine Hobbies zum Geschäft. Gerade interessiert ihn das alte Zentrum von Berlin

Solange er denken kann hat Jean Touitou seine Leidenschaften zum Geschäft gemacht. Der gebürtige Tunesier mochte Musik und gründete ein Plattenlabel. Mit Roadrunner Records, seinem ersten Unternehmen, verkaufte er amerikanischen Garage Punk der 60er Jahre. Der Erfolg war mäßig, aber immerhin. Weil er auf eine Revolution hoffte, schloss er sich Ende der 1970er dem Team rund um den japanischen Modeschöpfer Kenzo an. Politisch waren diese Leute zwar nicht, kreativ aber schon. Jean Touitou gesellte sich zu ihnen, als Mädchen für alles. Eigentlich hatte er sich die Finger nicht mit Geld schmutzig machen wollen, er hatte studiert und wollte Geschichtslehrer werden. Bei Kenzo übernahm er die Buchhaltung – und lernte wie man ein eigenes Modelabel führt.
Als er 1987 sein eigenes Label gründete, folgte er wieder seinen eigenen Interessen: Denn in seinem Atelier de Production et de Création, kurz A.P.C., entwarf er schlichte Männermode, nach seinem eigenen Geschmack. Allerdings war sie „so schlicht, dass sie unverkäuflich war.“ Nur Frauen gefielen seine ersten Entwürfe, schließlich war maskulines Powerdressing eine Entdeckung der späten 1980er.
Im Rückblick ist klar, dass Jean Touitou für die Mode ein besseres Händchen besaß, als für die Musik. In den vergangenen 25 Jahren hat er A.P.C als Inbegriff des schlichten Cools etabliert. Er bietet Mode für Frauen und Männer aus ausgesuchten Stoffen mit leichtem Retrocharme, gut verarbeitete Qualität zu vertretbaren Preisen. Er wirbt verhalten für seine Marke – statt Printkampagnen druckt er Plakate und Postkarten – und auch wenn heute angesagte Fotografen wie Alasdair Mclellan die Motive mit zeitgeistigen Models wie Edie Campbell fotografieren, ist er seinem Credo treu geblieben: Die Mode soll die Persönlichkeit ihres Trägers nicht überstrahlen.
Das ist ein Markenzeichen, das ihm Alleinstellung erlaubt. Die französische Marken, die in den letzten Jahren groß geworden sind, wie Maje, Sandro oder The Kooples, liegen im selben Preissegment, aber sie setzen auf kurzlebige Trends und müssen sich bei aller französischen Lässigkeit nach der Qualität von A.P.C. sehr strecken.
Inzwischen folgt Jean Touitou weiter seiner eigenen Maxime, sich dort zu engagieren, wo seine Interessen liegen. Vor knapp vier Jahren eröffnete er einen eigenen Kindergarten – A.P.E – um seiner Tochter eine Alternative zu den französischen Kitas zu bieten, die in seinen Augen alle Kinder gleichmachen. Und A.P.C. expandierte weltweit. Peking, Singapur, Seoul, Beirut, Jakarta, St. Petersburg, Quezon City – alles Orte an denen man einen A.P.C.-Laden nicht sofort vermutet. Zuletzt eröffnete Jean Touitou einen zweiten Laden in Berlin. Nicht im Osten, sondern ausgerechnet im alten, fast totgeglaubten Westen. Auf der Fasanenstraße, in der Nähe des Einkaufsboulevards Kurfürstendamm. Anlässlich der Neueröffnung haben wir ein paar Worte mit Jean Touitou gewechselt:

ACHTUNG: Du hast in Berlin im Osten angefangen, jetzt eroberst Du den Westen. Wieso?

JEAN TOUITOU: Ich versuche den Westen zu erobern. Das ist im Moment die größere Herausforderung. Ich glaube Berlin ist groß und wichtig genug für zwei A.P.C.- Läden.

ACHTUNG: Was war Dein erster Gedanke, als Du in Tegel gelandet bist?

JEAN TOUITOU: Wie viel ist übrig von meinem Deutsch? Schließlich habe ich das in der Schule sieben Jahre lang gelernt.

ACHTUNG: McDonalds und Starbucks sehen weltweit gleich aus und vermitteln so ein absurdes Gefühl von Heimeligkeit in der Fremde. Wie ist das mit dem neuen A.P.C.-Laden auf der Fasanenstraße – fühlt er sich genauso an wie in Paris oder New York?

JEAN TOUITOU: McDonalds Filialen sehen zwar weltweit gleich aus – aber in jedem Land schmeckt es anders. Ich empfehle Buenos Aires– das Fleisch ist dort besser.
Aber ich weiß, was Du meinst. Wir eröffnen nie zweimal den gleichen Laden. Das dauert zwar länger und es kostet auch mehr, aber zumindest ist der Laden dann unverwechselbar. Ich arbeite mit dem Architekten Laurent Deroo zusammen; er schaut sich jede Ladenfläche und ihr Umfeld an und beginnt erst dann mit seiner Arbeit. Am Ende hat jeder Laden seine eigene Geschichte – auch der in West-Berlin.

ACHTUNG: Gibt es ein Outfit, das Berlin perfekt repräsentiert?

JEAN TOUITOU: Timberland Boots, G-Star Raw Jeans, ein Hoodie und ein Kaschmirmantel – schließlich ist es in Berlin oft kalt.

ACHTUNG: Und wenn Du dieses Outfit aus der A.P.C.-Kollektion zusammenstellen müsstest?

JEAN TOUITOU: Sähe es genauso aus – nur dass ich keine Timberland Boots produziere.


ACHTUNG: Früher hat Dich der Kommunismus beeinflusst und Du hast Dich als Trotzkist bezeichnet. Wie viel davon ist heute übrig?

JEAN TOUITOU: Nicht viel. Ich war eher ein Hegelianer als ein Marxist. Aber von der Vorstellung, dass die Geschichte zwingend einen bestimmten Lauf nehmen muss, habe ich mich verabschiedet. Am Kommunismus schätze ich höchstens noch die Idee, dass man miteinander teilen sollte.


ACHTUNG: Was sagst Du zu den folgenden Deutschen, wenn Du sie triffst?
Karl Marx?

JEAN TOUITOU: Du hättest das Kind, das Du mit dem Babysitter gezeugt hast anerkennen sollen. Und Du hättest Nietzsche, Spinoza und Schopenhauer lesen sollen.


Karl Lagerfeld?
JEAN TOUITOU: Gut, dass Du Deine ehrliche Meinung über Michelle Obamas Pony geäußert hast. Aber auf Dein Image in Berlin solltest Du achten.


Carl Benz?
JEAN TOUITOU: Ich bin eher der Porsche-Typ.

Jil Sander?
JEAN TOUITOU: Versuch es mal mit schlechtem Geschmack.

ACHTUNG: Bitte vervollständige die folgenden Sätze –

Typisch deutscher Stil ist ...
JEAN TOUITOU: … zu viel zu rauchen.

Ein deutscher Mann ist gut gekleidet, wenn...
JEAN TOUITOU: ... er pedikürte Füße hat.

Eine deutsche Frau ist gut gekleidet, wenn...
JEAN TOUITOU: … sie Bücher liest.

Über Deutsche würde man nicht so viel lachen, wenn...
JEAN TOUITOU: .,,man sollte über die Deutschen nicht lachen, schließlich war Schopenhauer einer von ihnen.
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07.05.2013
mb! by Mercedes-Benz
Tom Dixon: Ritter des Britischen Designs
Ein typischer Industrie Designer ist Tom Dixon nicht – aber durch und durch britisch. Wir sprechen mit ihm darüber, was das eigentlich bedeutet und warum er jetzt Mode entwirft

Mit dem Ritterorden der Königin ausgezeichnet zu werden, ist für einen Briten eine der höchsten Auszeichnungen. Tom Dixon wurde diese Ehre zuteil, obwohl er nicht einmal ein waschechter Brite ist. Der gebürtige Tunesier ist, wie er selber sagt, „Viertel-Lette, viertel-Franzose“– durch seine Mutter – „und halber Engländer“ – durch seinen Vater. Aufgewachsen aber ist er in London und nennt „Britishness“ eine der wichtigsten Zutaten seiner Arbeit. Zum wichtigsten Designer wurde Tom Dixon mit eher kuriosen Objekten – er entwarf den so genannten Pylon Chair aus Metalldraht, versenkte auf der Art Miami einen Sessel aus Stahlplatten im Ozean, entwickelte Leuchten, die mal funktionale Objekte, mal filigrane Skulpturen waren. Motor seiner Arbeit war immer sein Bestreben, sich Neuland zu erschließen.
So entstand aus seiner Arbeit als Hobby-Schweißer nicht etwa hässliche Garagenkunst, sondern der heute ikonische S-Stuhl, der von der italienischen Designfirma Capellini in Serie genommen wurde und heute einen Platz im Museum of Modern Art in New York hat. Auch ohne eine formale Ausbildung entwarf Tom Dixon wunderbare Objekte wie die Jack Lamp – ein Lichtobjekt, das man stapeln oder als Sitzmöbel nutzen konnte, oder die Void Copper Pendant Leuchte, mit der er den Werkstoff Kupfer wiederentdeckte, lange bevor er durch das Revival skandinavischer Möbel der 60er Jahre wieder populär wurde. Seit 2002 führt Tom Dixon erfolgreich ein Designstudio unter eigenem Namen.
Sie beschreiben die Ästhetik Ihres Designs gern als britisch – was bedeutet das für Sie?
Auf einer Ausstellung im Buckingham Palace über britisches Design wurde mir kürzlich bewusst, dass der Begriff „typisch britisch“ nur noch für Dinge gilt, die allmählich aussterben: Der rote Doppeldeckerbus, die Telefonbücher, die britischen Taxis, die Concorde – die ja eine britisch-französische Koproduktion war – alles nationale Heiligtümer, die bedeutungslos sind oder an Bedeutung verlieren.
Und was bedeutet „britisch“ für Sie persönlich?
Mir fällt es leichter, dass anhand dessen zu beschreiben, was britisches Design eben nicht ist: Es ist nicht übermäßig designed, nicht übermäßig modisch, dafür vielleicht ein bisschen länger haltbar, es ist eher handgemacht als am Computer entworfen und aus schwererem Material als beispielsweise japanisches Design.
Die Ästhetik Ihrer eigenen Designs nennen Sie auch gern ein bisschen „ungeschickt“.
In Großbritannien gibt es eine große Tradition des Amateurhaften. Ein gutes Beispiel ist das Hovercraft, das Luftkissenboot. Eine großartige Idee, aber formal nicht sonderlich ausgereift. Oder der MINI – der ist ja nicht gerade Inbegriff der Eleganz. Mir gefällt diese gewisse Unbeholfenheit – sie passt auch gut zu meinem eigenen Charakter.
Als Amateur sind Sie auch in eines Ihrer jüngsten Projekte gestolpert: Sie haben Mode entworfen, gemeinsam mit Adidas.
Einen Bezug zur Mode habe ich immer schon gehabt – ich habe in den frühen Tagen meiner Karriere Schaufenster gestaltet, für Comme des Garçons und Vivienne Westwood, oder ein riesiges Aquarium gebaut, in dem Katharine Hamnett ihre Mode präsentiert hat. Für Mario Testino habe ich Sets gebaut. Mich hat immer die Schnelligkeit fasziniert mit der die Mode Dinge präsentiert und verwirft – ungleich schneller als im Interior-Design.
Und wie kamen Sie ausgerechnet auf Adidas?
In der Vergangenheit bin ich von anderen Marken öfter zu Kooperationen eingeladen worden – bei denen es aber nur darum ging, einen Turnschuh in der Farbe meiner Wahl zu gestalten. Nicht sehr spannend. Wenn ich etwas entwerfe, dann immer aus der eigennützigen Motivation heraus, dass ich es selber brauche. Ich dachte an die Kleidung, die man im Lauf einer Woche braucht – wenn man auf Reisen ist, Messen besuchen muss. Und daraus hat sich dann in Zusammenarbeit mit Dirk Schönberger ein modulares System entwickelt.
...dass Sie auf der MOST im Rahmen der letzten Salone di Mobile in Mailand gezeigt haben.
Das ist keine einmalige Aktion – wir bringen vier Kollektionen heraus. Ich lasse dabei Erinnerungen einfließen – beispielsweise meine erste Reise zur Möbelmesse in Mailand, als ich so arm war, dass ich mir kein Dach über dem Kopf leisten konnte. Ich übernachtete auf einer Parkbank und es war ekelhaft kalt. Also findet sich in dem Set, das ich für Adidas entwickle, Kleidung, die immer passt – egal ob es viel zu heiß, oder viel zu kalt ist.
Seit Sie zum ersten Mal in Mailand waren, hat sich im Zuge der Globalisierung einiges geändert. Auch im Design. Wenn man sich einen Interior-Blog wie The Selby anschaut, hat man das Gefühl, dass lokale Identität eher verloren geht – die Wohnungen sind alle ähnlich eingerichtet.
In der Mode ist das so – sie ist dank des Internets überall und jederzeit verfügbar. Aber im Möbeldesign sehe ich diese Entwicklung weniger stark. Produziert wird ja weiterhin lokal – sprich es werden weiterhin Fertigungstechniken benutzt, die typisch für einen bestimmten Ort sind.
Aber ein Großteil der Produktion ist doch in Länder ausgelagert in denen man günstiger produzieren kann?
Stimmt schon. Ich selber lasse beispielsweise zwanzig Prozent meiner Produktion in Asien herstellen. Und alles was aus Plastik ist, stammt aus Deutschland. Was aber die Vermischung von Einflüssen angeht, so glaube ich, dass es das schon immer gab. Sie hat sich durch das Internet nur extrem beschleunigt. Aber während des britischen Empires haben wir Einflüsse aus dem Orient aufgenommen und unsere Kultur exportiert. Oder nehmen sie die Art Deco-Mode zu Beginn des letzten Jahrhunderts – da war Ägypten der letzte Schrei. Ich für meinen Teil versuche, meine britischen Wurzeln zu reflektieren und setze dabei besonders auf Langlebigkeit und Materialität. Meine Möbel und Objekte sind bestenfalls wie ein Anzug aus der Saville Row – mit dem Alter gewinnen sie an Patina und werden immer besser.
Es gibt Designer wie den Japaner Yohji Yamamoto, die Technologie – und dem Computer im Speziellen – eher ablehnend gegenüberstehen, weil mit diesen Hilfsmitteln das Handwerk verkümmert und das Design – wie er sagt – seelenlos wird.
Ganz so extrem sehe ich das nicht. Aber junge Designer, die direkt am Computer entwerfen, vergessen oft, dass ihr Objekt im realen Raum existieren können muss – es ist schließlich drei-dimensional. In meiner eigenen Arbeit spielt der Computer eine untergeordnete Rolle – dafür arbeite ich viel zu gern handwerklich. Bei mir entstehen Ideen während ich an einem Material herumprobiere – ich mache meine Erfahrungen mit meinen eigenen Händen.

www.tomdixon.net
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13.07.2012
MICT – Konzept
The Niles – die zweite Ausgabe
Journalisten aus Sudan und Südsudan haben gemeinsam die zweite Ausgabe ihrer Zeitung „The Niles“ veröffentlicht. Die englisch-arabische Publikation erschien am 9. Juli 2012, dem ersten Geburtstag der beiden jüngsten Staaten der Welt. Motto der diesjährigen Ausgabe ist das sudanesische Sprichwort: „When two elefants fight, it is the grass that suffers.“ Das Konzept für die einmal jährlich erscheinende Zeitung habe ich mit Sven Recker für die Medienentwicklungs-Organisation MICT entworfen. Teil der neuen Ausgabe (siehe auch: theniles.org) ist eine musikalische Hommage an den jüngst verstorbenen sudanesischen Sänger Mohammed Wardi. Hier anhören...

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12.07.2012
Universität der Künste Berlin
Berlin Fashion Week – der Katalog zur Schau
Einmal im Jahr präsentiert die Universität der Künste die Arbeiten des Studiengangs Modedesign im Rahmen einer Modenschau. In einem Katalog werden die einzelnen Kollektionen und die Klassen in denen sie entstanden sind vorgestellt. Mit der Klasse von Professor Stephan Schneider habe ich die Umsetzung des Lookbook- und Editorial-Shootings für ihr Projekt "Regenzeit" erarbeitet. In dem Katalog sind Auszüge daraus zu sehen.

Fotograf: Andreas Lux
Haare-Make-up: Isabel Eiler
Produktion: Alex Bohn
Models: Debbie Wallice/ Seeds, Pia Denker/ Seeds





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26.10.2011
Blog: OWN – Oprah Winfrey Network
New Tom Ford Documentary


Last Sunday saw the premiere of a documentary on Tom Ford on OWN, the Oprah Winfrey Network. It had been promised since summer already but the delay wasn’t due to last minute changes the perfectionist designer had in mind. Reportedly he was happy with the first edit he saw. This isn’t too much of a surprise as director Michael Bonfiglio has come up with a portray of Tom Ford that’s utterly respectful and oftentimes seems taken from the perspective of an admiring bystander. Some of Tom Fords musings are on point, for example the one on the double standards on nudity. Unfortunately this is one of the scenes deleted from the documentary. Nevertheless 'Visionaries – Inside The Creative Mind' offers an interesting insight into the cosmos of Tom Ford. It meets all expectations as Tom Ford's world seems both seamlessly stylish and a tad hollow in all its aesthetic complaisance.







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18.09.2011
NEW YORK FASHION WEEK – SPRING/SUMMER 2012
Last Magazine
Last Magazine seizes New York Fashion Week to show at Openhouse Gallery. On view is the content of both spring and fall issue – a melange of film, audio, fashion pieces and installations. The experience is far more sensual than flipping the pages and that´s just the reinterpretations its makers were looking for.





Fotos: © Alex Bohn

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16.09.2011
NEW YORK FASHION WEEK – SPRING/SUMMER 2012
The new Barneys'
Last summer Mark Lee was hired as the new president at one of New Yorks´ finest department stores: Barneys'. Barneys' is one of the city’s institutions: It’s where you go to treat yourself, where you go if money doesn’t matter anyways and where you go to dream of what it would be like if money didn’t matter. Barneys' has always been about an idea of luxury that held more than the promise of being only available to a few. Barneys' picked luxury goods with both impeccable taste and humor. It was the humor and wit that was visible in the wonderful window installations. Now Barneys' showcases windows set up by French Vogues' former ed in chief Carine Roitfeld. And what she’s done is both tasteful, cool and smart. It’s even a bit touching to read quotes from her whenever you step off an elevator. They’re quite personal. But funny they’re not. Barneys' also shed it red awnings and replaced them with black ones. It doesn’t look half bad. More sleek. But certainly not as welcoming. It’s a relief to see the first floor untouched. Once you step past the revolving doors Barneys´ looks just as good as it has before: It’s not the gloss of the luxurious stock that pulls you in but the aura of aged wooden cabinets, the beautifully tiled floor and the discreet staff that leaves everyone to themselves while the wander around in awe. And it’s quite a relief to see that none of the announced I-pads on which customers are supposed to scroll through all stock available are in sight. After all this is not Netaporter. Barneys' is for real. Luckily it still is.






Fotos: © Alex Bohn

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15.09.2011
New York Fashion Week – Spring/Summer 2012
The Ralph Lauren Show
With the first to third row dressed up for a blacktie event the Ralph Lauren show felt nicely formal to begin with. No comparison with the volksfest atmosphere at some of the Lincoln Center shows. The show itself lived up to the sophisticated setting. Ralph Lauren showed flowing silhouettes in pastel colors, his strongest looks being the menswear inspired suits. Karlie Kloss´s sway added extra glow to an already successfull presentation.







Fotos: © Alex Bohn

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14.09.2011
New York Fashion Week
The Marc by Marc Jacobs Show
Full house at the New York Armory and a showstart so on time it´s a bit frightening. Other than that a crowd just as jolly as the models. Marc Jacobs has been borrowing heavily from Raf Simons´ Jil Sander, color blocking and apron-skirts included. Nice color scheme, though.


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13.09.2011
New York Fashion Week – Spring/Summer 2012
J.CREW
Jenna Lyons, J.Crews womenswear designer is a presence, if not a style icon in her own right. At todays´ presentation, J.Crew´premiere at New York Fashion Week, she kept up well with the array of cute models in preppy gear. Wearing the same bright orange lipstick as her models she was chatting away gayly while vistors to her presentation paraded by. J.Crew presented both the womens´ and mens´collection. I didn´t have a hard time picking favourites – Jenna Lyon´s vision seemed more on point while the menswear Frank Muytjens designed came across as slightly constrained.







Fotos: © Alex Bohn


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10.09.2011
NEW YORK FASHION WEEK – SPRING/SUMMER 2012
LACOSTE
This is Felipe Oliveira Baptistas´ first show for Lacoste. It’s a great debut. He’s steering Lacoste in a new direction without losing sight of the brands´ heritage. His designs are more sophisticated than sporty, he seems to have a cool urbanite in mind rather than a tennis playing rich girl. Felipe Oliveira Baptista manages to shed the bright bubbly colors, introduce more interesting fabrics alongside the pure cotton and pique jerseys and explore geometric patterns rather than block stripes. He does all that without compromising any of Lacoste´s identity. Let’s just hope that Lacoste feels that way, too.





Fotos: © Alex Bohn

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09.09.2011
New York Fashion Week – Spring/Summer 2012
Concept Korea
This is Concept Koreas´ third presentation at New York Fashion Week. Koreas´ finest designers differ from the established Asians designers based in New York City in their use of color. Where their American counterpart oftentimes opt for neutral shades and flowing silhouettes the Korean designers choose to go for bright colors set against black. Their clothes are cut in a way that leaves no doubt about who’s to wear it – men or woman – as all women’s´ apparel is feminine or girlish and the men’s´ wear feels masculine and macho despite the bright colors – a bit like something taken out of West Side Story.







Fotos: © Alex Bohn

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12.07.2011
blog.musikexpress.de
Berlin Fashion Week
Während der Berlin Fashion Week habe ich für den Musikexpress nicht nur Schauen angeguckt, sondern auch nach sehenswerten Straßen-Looks gesucht, gemeinsam mit dem Streetstyle-Fotografen Gunnar Hämmerle.

Foto: © Gunnar Hämmerle


Menschen, die aussehen wie Märchenfiguren gehören eigentlich auf den Kölner Karneval. Nicht so diese Wiedergängerin von Grimms Schneewittchen. Ihr Outfit besteht aus vier Elementen – Kleid, Schuhe, Tasche, Lippenstift -und schindet maximalen Eindruck, denn es unterstreicht lediglich, wofür die Natur bereits gesorgt hat. Die roten Lackschuhe sind nicht mehr als eine Attribut zum (rot geschminkten) Mund. Das hautfarbene 20er-Jahre Kleidchen umspielt zwar züchtig die Knie, lässt aber eigentlich soviel schneeweiße Haut sehen, dass es den Wasserfall ebenholzfarbener Haare braucht, um sich sittsam zu bedecken. Nur die Tasche ist überflüssig. Selbst wenn Schneewittchen darin Apfelchips
spazieren trägt.

Foto: © Gunnar Hämmerle


Der Hipster ist tot – lang lebe der Hipster! Von Kopf bis Fuß ist dieser Mann den Trends hörig: Er kombiniert den Panama-Hut mit einem ordentlich-unordentlichen Zopf, trägt sein Gesichtshaar struppig aber weich dank ausgiebiger Bartpflege. Das riesige Halstuch sollte aktuell eigentlich mit einem Ikat-Muster verziert werden, die Batik-Variante tut es aber auch. Das blausamtene Jackett zur pastellgelben Röhrenjeans dürfte in jedem Konzept-Store freundlich abgenickt werden. Und seinen Modefetisch stellt der Herr ganz ungeniert zur Schau: Wie man sieht, besitzt er seine Nike Airmax in mindestens zwei verschiedenen Farben.
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